Analog
Zurück zu den Wurzeln. Wie ich wieder zurück zu analogen Medien gehe und Social Media den Rücken kehre.
Es ist ein Trend, der sich schleichend über die Jahre auch bei anderen Generation entwickelt hat und im Jahr 2026 einen Höhepunkt zu haben scheint. Dennoch möchte ich meine persönlichen Gedanken dazu teilen.

Ich bin Jahrgang 1982 und mit analogen Medien groß geworden. Filme wurden im Kino angesehen oder in einer Videothek ausgeliehen. Erst auf VHS, dann als DVD.
Musik wurde nicht gestreamt. Sie gab es erst auf Schallplatte und Kassette. Bis schließlich die CD inklusive Discman bei mir Einzug hielt. Schließlich schlüsselte man diese in MP3 auf, womit man ganz eigene Mix-CDs erstellte oder sie über einen MP3 Player hörte.
Fotos wurden nicht in Massen geschossen, sondern bewusst und man musste danach noch warten, bis man sie zu Gesicht bekam, denn das Entwickeln konnte dauern und ein Film war auf maximal 36 Bilder begrenzt. Wir sind eine Generation von der man wenig Fotos aus der Jugend hat. Der Umbruch zwischen analaoger und digitaler Fotografie hatte ein Loch hervor gebracht. Niemand wollte mehr Filme und Entwicklung bezahlen, aber digitale Kameras waren immer noch nicht so verbreitet.
Termine tippte man nicht in sein Smartphone, sondern schrieb sie, wie ich bis heute in einen Taschenkalender.
Mittlerweile geht alles über ein kleines Gerät namens Smartphone, dass in mancher Hinsicht, das Leben erleichtert, aber auch erschwert. Ich bin vor ungefähr 10 Jahren zu meinem ersten Smartphone gekommen. Seitdem haben Apps allerdings auch einen Teil des Lebens bestimmt. Filme und Musik werden gestreamt. Man zahlt monatlich dafür. Habt ihr eigentlich mal ausgerechnet, wie viel Geld das ist? 10 Jahre Musik streamen, kostet ca. 1200€, davon könnte man eine schöne Reise machen.
Dann wäre da noch Social Media. Es frisst Zeit und nachweislich auch die eigene Aufmerksamkeitsspanne. Eine Stunde ist schnell vergangen, während man durch Feeds und Profile scrollt. Selten probiere ich irgendwelche der dort angepriesenen Rezepte und Tipps aus. Sie bringen also keinen Mehrwert. Außerdem kann man sich schon mal ein wenig schlecht fühlen, wenn man sieht, wie andere ihr Leben in Hochglanz präsentieren oder künstlerisch einfach anscheinend einen Flow haben und das alles noch neben einem Fulltimejob. Vernetzt ist man nicht wirklich, denn der normale Mensch geht in der Masse an Nutzern unter oder folgt lediglich Freunden, die einen meist auch anders kontaktieren können.
Ich habe den Entschluss gefasst es radikal anzugehen und alle die erwähnten Punkte zu hinterfragen und neu anzugehen.
Social Media – Facebook habe ich schon vor Jahren gelöscht und es nicht vermisst. Auf Instagram wird ein Frühjahrsputz gemacht. Es gibt einige Künstler, denen ich wirklich gern folge. Aber es reicht auch einmal die Woche aus, ihre Profile zu checken. Aus meinem Smartphone habe ich ein Dumbphone gemacht. Relevante Apps durften bleiben, aber es dient quasi nur der direkten Kommunikation, wie die ersten Handys. Instagram habe ich nur auf dem heimischen Tablet installiert. Man kann hier auch eine Bildschirm- oder maximale App-Zeit einstellen. Danach wird die App gesperrt. Natürlich kann man das schnell umgehen, aber man ist gewarnt, dass man schon wieder zu lange vor dem Gerät saß.
Musik – Streaming Dienste, werde ich abmelden. Für die 10-15 Minuten Arbeitsweg im Auto, langt auch das Radio, ein kostenloser Stream oder Podcast. Zu Hause habe ich einen Plattenspieler, den ich zu selten nutze und werde lieber in gute Alben investieren.
Filme und Serien – Auch für Filme, werde ich mich vorwiegend auf physische Medien verlassen. Es gibt Serien und Filme, die ich sehr gern immer wieder mal sehe. Ich habe einen Teil der Sammlung damals aufgelöst, aber ich werde sie wieder aufbauen. Wenn mal ein Film oder eine Serie das Original eines Anbieters ist, kann man einen Monat abschließen, was ja dem Leihen einer DVD nahekommt. Aber auch die Mediatheken von Sendern bieten gute Filme und Dokumentationen.
Bücher – Mein Kindle Reader ist mittlerweile kaputt und es wird keinen neuen geben, denn ich habe ihn nicht so oft benutzt, dass es sich lohnen würden. Dann lieber der Bücherschrank oder mal in der Buchhandlung oder auf dem Flohmarkt ein Buch kaufen, das ich wirklich lesen möchte. Mittlerweile weiß man ja, dass einem die E-Books nie wirklich gehören. Das ist für mich nicht weiter tragisch, da ich Romane eh nur einmal lese und dann meist weggebe. Aber sollte ich doch ein Buch gern noch einmal lesen, werde ich es mir in physischer Form kaufen.
Fotografie – Mein Smartphone ist alt mit einer 12 MP Kamera. Die Bilder reichen für Schnappschüsse. Für richtige Fotografie habe ich eine gute Kamera mit Objektiven. Ich besitze auch analoge Kameras, von denen ich aber einige abgeben und nur zwei behalten werde, da ich sie in den letzten Jahren nicht angefasst habe. Außerdem werde ich zumindest von meinen zwei größten Abenteuern Fotobücher erstellen. Ich dokumentiere nicht jeden Urlaub, aber hier habe ich sogar Tagebuch geführt, weil es Traumreisen waren, die für mich persönlich wirklich wichtig waren.
Was es mir bringen soll?
Mehr Zeit für Kreativität und Müßiggang, der sich nicht so falsch anfühlt. Ich kann durchaus auch mal an einem regnerischen Tag Bingewatchen, nur ist es dann vielleicht eine Komfort-Serie. Vertrautes kann auch beruhigend sein.
Ich möchte dem während Corona so intensiv geübten Sütterlin wieder Zeit widmen, Themen recherchieren und meine Journals füllen. Ein kleines Notizbuch kommt überall mit hin, damit ich dort Ideen, Sprüche oder auch nur die nächste To-Do-Liste hineinschreiben kann. Es ist wie früher beim Lernen für die Schule. Alles, was ich handschriftlich notiere, kann ich mir besser merken.
Im Prinzip kamen alle meine kreativen Hobbies zu kurz. In Gedanken wollte ich sie immer angehen, war hoch motiviert und voller Ideen. Manchmal auch überfordert mit der Auswahl, weil ich zu viele habe oder ich mich nach Arbeit und Haushalt nicht mehr aufraffen konnte. Aber ich habe mich auch oft ablenken lassen. Das möchte ich damit ändern. Es geht mir auch nicht, um eine früher war alles besser Mentalität. Es geht darum, womit man sich persönlich am wohlsten fühlt. Ich habe mir einfach Gedanken gemacht, wie ich persönlich Ablenkung und das schlechte Gewissen danach minimieren kann. Nämlich durch bewussteren Konsum von Medien.
Was haltet ihr von dem analog Trend? Wollt ihr auch einige Dinge ändern?